Künstler.innen: John M Armleder

John M Armleder

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John M. Armleder, o.T. (Canaletto), 2007, im Wintergarten des Ehepaares Steenhuis, © Stefan Müller, Courtesy: Galerie Anselm Dreher, Berlin

Im Wechselspiel von Funktion und Bedeutung, Alltagskultur und kunsthistorischen Verweisen ist das Werk Untitled (Canaletto) aus dem Jahr 2007 von John M. Armleder (*1948) angelegt.
Verschiedenfarbige Leuchtstoffröhren, teils mithilfe weißer Kissen aufgesockelt, lehnen sich gegen einen Raumwinkel im Wintergarten der Gastgeber. Wie Rinnsale mäandern die Stromkabel der Leuchten über den Boden in die Steckerleisten. So lassen sich die farbigen Leuchtstoffröhren als Architekturen lesen, die der Malerei Giovanni Antonio Canals (1697–1768)
entlehnt sein könnten, oder als Haltestangen der Galeeren auf dem Canale Grande – ganz entgegen der Weichheit der Kissen, in die die Leuchtkörper einsinken wie die venezianischen Palazzi in den weichen Untergrund der Lagune. Kissen dienen hier als herausragende Metapher für das Verformbare, Dinghafte, Veränderliche. Auf Kissen schläft man, liest, liebt, und schon die Philosophen der Antike räkelten sich auf ihnen. Albrecht Dürer (1471–1528) erklärte das Kissen zum bildwürdigen Sujet der Renaissance, zur Metapher für die Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeit des Individuums.

John M. Armleder
geboren 1948 in Genf
lebt und arbeitet in Genf
 

Einzelausstellungen

"Too Much is not Enough", Kunstverein Hannover , Hannover; Rose Art Museum of Brandeis University, Boston, 2006-07
"John Armleder", 42. Biennale di Venezia, Schweizer Pavillon / Swiss Pavilion, Venedig / Venice, 1986

Gruppenausstellungen

"Multiplex: Directions in Art, 1970 to Now", Museum of Modern Art , New York, 2007-08
"Lichtkunst aus Kunstlicht", Zentrum für Kunst und Medientechnologie - Museum für Neue Kunst, Karlsruhe, 2005


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