Projekt: Kurator
Matthias Wagner K
Matthias Wagner K wurde 1961 in Jena geboren. Er lebt in Berlin und ist freier Kurator mit den Schwerpunkten Licht(kunst) sowie Isländische Kunst und Kultur.

2005 war Matthias Wagner K künstlerischer Leiter (mit C. Stahl) des Festivals „ISLANDBILDER“, der bisher umfassendsten Darstellung isländischer Kunst und Kultur im Ausland. Dem folgten weitere Ausstellungen zur Gegenwartskunst und Design Islands, wie die als Wanderausstellung konzipierte Präsentation über das isländische Filmschaffen von 1904 bis 2008 „ISLAND::FILM“ (mit S. Schirdewahn), „Nordlicht – Mythos und Melancholie“ sowie „Icelandic Fashion & Design – inspired by nature“. 2006 wurde er als Kurator an die Nordischen Botschaften in Berlin berufen, 2008 für das Kunst- und Kulturprogramm des isländischen Gastlandauftrittes auf der Frankfurter Buchmesse 2011 bestellt. Er war 2009 künstlerischer Leiter der 1. Nordic Fashion Biennale, Reykjavik und ist Mitglied im Netzwerk deutscher MuseumsleiterInnen und KuratorInnen des Goethe Instituts. 2011 ist er Gastkurator an der Schirn Kunsthalle Frankfurt und im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt.
Ich halte es für notwendig, dass im kuratorischen Arbeitsprozess ein entschlossener Widerstand gegen reduktive Systeme der Analyse – seien es formelle, begriffliche oder kognitive – sowie hegemoniale Zuschreibungen und Definitionen aufscheint. Mit Blick auf aktuelle Äußerungen bedeutet dies, immer wieder neu zu verhandeln, was Kunst sein kann. Verschiebung und Verdichtung sind dabei anwendbare Methoden und ebenso der kritische Umgang mit den ökonomischen Rahmenbedingungen, den gesellschaftlichen Kontexten sowie mit den Präsentationssystemen – etwa den Veranstaltungsformaten oder der gestalterischen Inszenierung.
Meine Aufgabe sehe ich darin, Kunst und KünstlerInnen dahin gehend zu unterstützen, dass jener Freiraum bewahrt wird oder entsteht, in dem eine kritisch-reflexive Haltung gegenüber den Phänomenen der Gegenwart eingenommen werden kann. Daher geht es immer auch um die Schaffung von Rahmenbedingungen, die es einer Einzelperson oder einer Konstellation von mehreren Personen ermöglicht, einen sinnlich erfahrbaren Denkraum – denn als solcher zeichnet sich ein ‚Kunstraum’ aus – jenseits alltagspragmatischer Umstände und Zwänge zu schaffen, dem, im besten Fall, ein utopisches Moment innewohnt."

Mattias Wagner K, der künstlerische Leiter der Lichtkunst-Biennale
Im Bereich der zeitgenössischen Lichtkunst kuratierte Matthias Wagner K u. a. Ausstellungen mit KünstlerInnen wie Michel Verjux, James Turrell, Gunda Förster oder Mischa Kuball und kulturgeschichtliche Ausstellungen wie „Licht und Verführung", „Licht – die Magie des Bühnenraums“ (mit S. Schirdewahn). Von 2002 bis 2009 entwickelte er als künstlerischer Gesamtleiter einen Parcours von Lichtkunstwerken in der Hellweg-Region: HELLWEG–ein LICHTWEG.
Kuratorisches Statement
"Grundgedanke meiner kuratorischen Arbeit ist, dass eine Skulptur, eine Fotografie, ein Film, ein Designobjekt nicht isoliert und rein ästhetisch zu betrachten sind, sondern im Zusammenhang mit ihrer Zeit und speziellen Traditionen in Schrift und Bild stehen, also – nach A. Warburg – vielmehr als psychohistorische Symptome, in denen sich die Grundprinzipien menschlicher Existenz verdichten, gelesen werden müssen. Daher erfordert die Setzung eines Themas und das Kuratieren einer Ausstellung zu eben diesem Thema nicht nur eine genaue Beobachtung dessen, was sich zu einer gegebenen Zeit in der künstlerischen Produktion ablesen lässt, sondern zugleich eine Kenntnis vom jeweiligen Hintergrund, der sich aus der Geschichte, aus Traditionen, aus sozialen, geografischen wie kulturellen Besonderheiten speist.



